Raiffeisenbank besser als geplant

Bilanz | Wirtschaft der Region sowie Kreditgeschäft brummen / Dennoch bereitet Zinsentwicklung Sorgen

Dietmar Hinger (links) und Gerd Haselbach sind mit der Entwicklung der Raiffeisenbank im Kreis Calw sehr zufrieden. Foto: Raiba

Schwarzwälder Bote, 26.02.2016, von Alfred Verstl

Als ambivalent kann man die Stimmung bei der Raiffeisenbank im Kreis Calw (Raiba) bezeichnen. Hohe Wachstumsraten kennzeichnen die Bilanz 2015. Gleichwohl blickt der Vorstand mit Sorge auf die Zinsentwicklung.

Neubulach. Gerade für Genossenschaftsbanken und Sparkassen ist die Zinsspanne der Kern des Geschäfts. Und die ist zusammengeschmolzen.

Dennoch ist Vorstandssprecher Gerd Haselbach mit Blick auf die Bilanz 2015 »sehr zufrieden«. Und auch für dieses Jahr ist nochmals ein ordentliches Ergebnis zu erwarten.

Das liegt vor allem an der brummenden Wirtschaft in der Region. Das belebt das Kreditgeschäft und führte zu überdurchschnittlichen Zuwachsraten. Insgesamt wurden Kredite für 254,2 Millionen Euro vergeben, fast acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis lag über den Planzahlen. Das wiederum hat, so Haselbach, dazu geführt, dass das Zinsergebnis mit 9,8 Millionen Euro besser ausfiel als geplant (9,35 Millionen Euro).

Allerdings, so machte Vorstand Dietmar Hinger deutlich, sollte die Niedrigzinsphase nicht weitere fünf Jahre anhalten. Die Bank geht davon aus, ausreichend Vorsorge getroffen zu haben. Hinger meint: »Noch haben wir einen langen Atem.«

Nicht beim Personal sparen

Auf keinen Fall werde beim Personal gespart. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um vier auf 93. Nach wie vor setzt die Bank auf individuelle Beratung und nicht auf den Preis.

Die Eigenkapitalbasis, so Haselbach, sei mehr als ausreichend. Die großen baulichen Investitionen sind abgeschlossen, insbesondere Neubau und Sanierungsarbeiten in der Hauptstelle Neubulach. Jetzt steht nur noch die Geschäftsstelle Ebhausen als größere Baustelle an.

Wegen der Bauinvestitionen ist der Jahresüberschuss um mehr als ein Viertel auf 1,3 Millionen Euro gesunken. Ohne diesen Sachaufwand wäre das Ergebnis besser ausgefallen als 2014.

Kundeneinlagen gestiegen

Gestiegen sind, trotz der mickrigen Zinsen, die Kundeneinlagen (plus 5,25 Prozent auf 368,8 Millionen Euro). Höhere Renditen ließen sich nur mit höheren Risiken erzielen. Dazu seien viele Kunden nicht bereit.

Nochmals wird die Raiba eine Dividende von 6,5 Prozent ausschütten. Das werde ab 2016 weniger, so der Vorstand. Wegen des anhaltenden Wachstums sei zu erwarten, dass bei der Bilanzsumme 2016 die Schwelle von 450 (2015: 445,2) Millionen Euro überschritten wird.