Raiba will den Weg weiter alleine gehen

Finanzen | Raiffeisenbank Kreis Calw strebt keine Fusion an / Mini-Filialen schließen

Der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Wendel (links) gratulierte Heike Roller und Andreas Löb zu Wiederwahl in den Aufsichtsrat. Foto: Häfele

Schwarzwälder Bote, 14.07.2016, von Uwe Priestersbach

Altensteig-Wart. Die gute Nachricht zuerst: Die Raiffeisenbank im Kreis Calw konnte ihren Mitgliedern bei der Generalversammlung im Congress-Center Wart einen guten Abschluss samt überdurchschnittlicher Dividende präsentieren.

Allerdings machte der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Wendel jetzt ebenso auf die Herausforderungen aufmerksam, vor der die Bank mit Hauptsitz in Neubulach steht. So geht der Bürgermeister aus Bad Teinach-Zavelstein davon aus, dass es angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase künftig schwierig werde, »auch nur annähernd ähnlich zufriedenstellende Ergebnisse wie in der Vergangenheit zu erzielen«. Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes sei es jedoch erklärtes Ziel, »die Zukunftsfähigkeit und Eigenständigkeit unserer Bank nachhaltig zu sichern«. Obwohl es alleine in diesem Jahr rund 50 Fusionen im genossenschaftlichen Bereich gebe, halten Vorstand und Aufsichtsrat daran fest. Wie Markus Wendel betonte, »wollen wir unseren Weg alleine gehen und fühlen uns dafür auch stark genug«.

Um die Eigenständigkeit zu sichern, so der Aufsichtsratsvorsitzende, müssten jedoch die Strukturen der Raiffeisenbank auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft werden. Zwar wolle man weiterhin mit starken Filialen im Geschäftsgebiet präsent sein – die Kleinstgeschäftsstellen in Mindersbach und Sommenhardt sollen jedoch zum Jahresende schließen. Eine weitere Veränderung wird es noch in diesem Jahr in Calw geben, wo die Geschäftsstelle vom Marktplatz in die Lederstraße 56 verlegt wird.

In seinen Ausführungen richtete Markus Wendel ebenso den Blick nach Ebhausen, wo die Bank 1,6 Millionen in die Modernisierung der dortigen Filiale investieren wollte. Nachdem der Ebhauser Gemeinderat sein Einvernehmen nicht erteilt hatte und das Baurechtsamt in Nagold daraufhin eine Genehmigung versagt, tendieren Aufsichtsrat und Vorstand dazu, das Vorhaben auf Eis zu legen. »Meine persönliche Meinung ist, dass wir das Projekt dort nicht weiter verfolgen sollten«, machte Wendel deutlich.

Im Bericht des Vorstandes ging Gerd Haselbach auf die Zahlen des vergangenen Jahres ein. So verzeichnete die Raiffeisenbank im Kreis Calw einen neuerlichen Mitgliederzuwachs auf 9906 Personen; gleichzeitig werden 21.522 Kunden betreut. Die Bilanzsumme stieg 2015 um 6,1 Prozent auf 449,3 Millionen Euro. Wie der Vorstandssprecher ausführte, lag man mit einem Zinsüberschuss von 9,8 Millionen Euro »deutlich über dem Plan«. Gestärkt wurde ebenso die Eigenkapitalbasis, wobei das bilanzielle Eigenkapital sich derzeit auf 34,1 Millionen Euro beläuft – und damit wurden die gesetzlichen Anforderungen weit übertroffen, so Haselbach.

Unterm Strich erzielte die Bank einen Jahresüberschuss von 1,66 Millionen Euro. Mit Blick auf die Ausschüttung von 437.000 Euro sprach der Vorstand von einer mit 6,5 Prozent »nochmals weit überdurchschnittlichen Dividende«. Einstimmig ging anschließend die von Neuweilers Schultes Martin Buchwald geleitete Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat über die Bühne. Mit einstimmigem Votum wurden zudem Heike Roller aus Altburg und Andreas Löb aus Ebershardt für weitere drei Jahre als Mitglieder des Aufsichtsrats bestätigt.