Bilanzsumme wächst um 16 Millionen

Hauptversammlung - Raiffeisenbank im Kreis Calw rechnet mit 6,5 Prozent Dividende / Zahlen steigen weiter

Rainer Klumpp stellte die Zahlen seines Marktbereichs Neubulach/Neuweiler vor. Foto: Raiffeisenbank

Schwarzwälder Bote, 11.11.2015, Albert M. Kraushaar

Banken haben es in Zeiten einer extrem niedrigen Zinspolitik nicht einfach, positive Zahlen zu präsentieren. Dies gilt auch für die Raiffeisenbank im Kreis Calw, die nach eigenen Aussagen jedoch über dem Durchschnitt liegt.

Neuweiler. Bei der Hauptversammlung in Neuweiler stellte Vorstandssprecher Gerd Haselbach ein umfassendes Zahlenwerk vor, das die Bank in die Lage versetzt, ihren Mitgliedern eine Dividende von 6,5 Prozent in Aussicht zu stellen.

Zinsgeschäft ist wichtig

Die Eckzahlen zur Entwicklung des knapp 100 Mitarbeiter zählenden Bankinstitutes setzen sich aus dem Kreditvolumen mit einem Wachstum auf 261,3 Millionen sowie den Kundeneinlagen mit einem Anstieg um 11,6 auf 360 Millionen Euro zusammen. »Die Bilanzsumme wird bis Jahresende um 16 auf 440 Millionen anwachsen«, kündigte Haselbach an. Als wichtige Ertragssäulen bezifferte er das zinsabhängige Geschäft mit rund 9,6 und das Provisionsergebnis mit 2,2 Millionen Euro.

Personal- und Sachaufwand

Deutlich gestiegen sei der Personal- und Sachaufwand. Hier schlagen unter anderem die Kosten für den Umbau in Neubulach zu Buche. »Wir halten diese Investition jedoch für eine gute Anlage«, so Haselbach zu dem Projekt, das zur Einweihung rund 2000 Gäste angelockt habe.

Insgesamt schlagen sich die Aufwendungen in einem zurückgehenden Jahresüberschuss nieder. »Wir rechnen dennoch mit einem zufriedenstellenden Ergebnis von rund 1,3 Millionen Euro«, so Haselbach dazu. Nach seiner Einschätzung wird sich das anhaltend niedrige Zinsniveau in den folgenden Jahren auch bei der Raiffeisenbank in einem zurückgehenden Zinsüberschuss bemerkbar machen. Denn seitens der Bankenaufsicht sei kein Ende der Regulierung in Sicht.

»Die daraus entstehenden Kosten belasten uns als Genossenschaftsbank unverhältnismäßig hoch und dies vor dem Hintergrund, dass von uns keine systemrelevanten Risiken ausgehen oder ausgegangen sind«, merkte er kritisch an. Wegen dieser Entwicklung will die Bank kostenintensive Bereiche, wie nur wenige Stunden geöffnete Kleingeschäftsstellen, mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit auf den Prüfstand stellen. »Wir werden uns damit in den nächsten Monaten verantwortungsvoll und sensibel auseinandersetzen«, so Haselbach.

Mehr als  10000 Mitglieder

Rainer Klumpp stellte die auf die Region bezogenen Zahlen vor: »Wir konnten sowohl im Kredit- als auch im Anlagebereich zulegen.« Das betreffe auch die Mitgliederentwicklung im 6664 Kunden zählenden Marktbereich, in dem 42 Neukunden gewonnen worden sind. Und die Zahl der Bankteilhaber habe sich um  44 auf 2882 erhöht.  »Damit wird die Raiffeisenbank im Kreis Calw von mehr als 10 000 Mitgliedern getragen«, ergänzte Klumpp.

Trend zu Online Banking

Er machte darauf aufmerksam, dass ab 1. Februar 2016 nur noch IBAN ausgestellte Zahlungsaufträge verarbeitet werden. Sein letzter Punkt war das Online Banking: »Inzwischen nutzen das deutschlandweit 54 Prozent der Bevölkerung, die Tendenz ist steigend.« Sein besondererDank galt allen Mitarbeitern, die zu dem positiven Zahlenwerk beigetragen haben.